Stahlmarkt, März 2007
EDV im Stahlmarkt
Eine gemeinsame Software-Plattform für Stahlfertigung und -weiterverarbeitung
Statt unzähliger Insellösungen nur noch eine Sprache
„Mit SAP geht nahezu alles“, ist sich Hans Jürgen Olbricht, Geschäftsführer der OSCo GmbH sicher, „man braucht nur die richtige Herangehensweise.“ Und besonders in der Stahlherstellung und -verarbeitung werden da viele aufatmen. Der Grund: In den Werken arbeiten meistens unzählige Insellösungen, die in ihrem Bereich bestens funktionieren, aber die Schnittstellen dazwischen sind Hindernisse und potentielle Fehlerquellen. Dazu kommt, dass die stetige Anpassung und Weiterentwicklungen eigener Systeme parallel zur technischen Entwicklung teuer ist.
Als ehemaliger Mitarbeiter der SAP AG weiß Hans Jürgen Olbricht natürlich, von was er spricht. Das und die Erfahrung aus zahlreichen Projekten floss in eine spezielle Lösung ein, die in Stahl- bzw. Metall-Service-Centern ebenso eingesetzt werden kann wie in weiterverarbeiteten Bereichen. Und dank der durchgehenden SAP-Lösung muss ein Unternehmen dann nicht mehr mit einem Dutzend von Systemhäusern um Upgrades und Aktualisierung kämpfen - stattdessen hat es nur noch einen Partner.
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OSCo hat SAP-Lösungen erfolgreich in mehreren Firmen der Stahlindustrie eingeführt. So bewältigten die Mitarbeiter von OSCo bei der Wuppermann AG in nur neun Monaten nahezu alle SAP-Module in vier Werken. Auch hier waren vorher viele Insellösungen im Einsatz. Das neue System übernimmt nun die Qualitätsdaten vom liefernden Walzwerk und dessen zulieferndem Stahlwerk, schon bevor die Ware überhaupt angekommen ist. Hier sind spezielle Abrufe aus der Fertigung genauso möglich wie die Aufbereitung der Daten inklusive dem Ergänzen durch eigene Messergebnisse. Umgekehrt kann ein Produkt über alle Fertigungsschritte zurückverfolgt werden. Die Lösung von OSCo generiert die erforderlichen Daten, wie Arbeitspläne, Stücklisten, usw. in einem Schritt, das reduziert deren Pflegeaufwand und sorgt für fehlerfreie Daten. „Die Herausforderung war die Erfassung des komplexen Warenstroms“, so Hans Jürgen Olbricht, „und das für alle Werke.“ Darin zeigt sich, dass SAP nicht nur ein überaus probates Werkzeug zum Abwickeln von Rechnungswesen und Materialfluss ist, auch die Produktion ist damit besser automatisierbar. |
![]() OSCo 'All-in-One' Lösungen in SAP |
Lösungen für Stahl-Service-Center
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Stahl-Service-Center wie Stahlo und Starcon der Friedhelm Loh Gruppe sind mittlerweile SAP-online. Weniger als ein Jahr brauchte das Team dazu, um eine passende SAP-Umgebung mit integrierter Abbildung der Standard-Logistikprozesse einzuführen. Durch die integrierte Betriebsdatenerfassung ist die Rückverfolgung lückenlos bis zum jeweiligen Ausgangscoil möglich. Ein fehlerfreier Materialfluss, vereinfachte Lager- und Versandbuchungen und ganz wichtig die Cross-Company-Abwicklungen erleichtern den Mitarbeitern das Leben und machen das System transparent für alle Vertriebs- und Logistikprozesse. Reklamationen wegen Qualitätsvertauschungen sind deshalb nahezu ausgeschlossen. Explizit sieht das so aus: Vom angelieferten Coil werden Qualitätsdaten übernommen, das Etikettieren erfolgt über jeden anstehenden Arbeitsschritt hinweg, wobei die Etiketten aber nur erzeugt werden, wenn die jeweilige vorausgehende Fertigungsstufe korrekt absolviert ist. Die Fertigungssteuerung fasst zum Beispiel alle Aufträge, die ein Coil ganz spezieller Qualität und Verarbeitung betreffen, zu einem Werksauftrag zusammen und reduziert so den Verschnitt. Die Etiketten ermöglichen ein fehlerfreies Umlagern, Auslagern und so weiter, unabhängig von Stoff und Prozess. „RFID ist da nicht unbedingt nötig, meistens reichen Barcodes völlig aus“, so Hans Jürgen Olbricht. Jeder Fertigungsbereich hat seinen standortbezogenen Webserver, das bedeutet, jedes Werk ist unabhängig. So steht für alle ein durchgängiges, zuverlässiges ERP-System zur Verfügung, eine gemeinsame Plattform, entwickelt auf Basis einer gemeinsamen Sprache. Damit spricht „man“ auf allen Werksservern die gleiche Sprache und nutzt die gleichen Werkzeuge. Das System erleichtert nicht nur Fertigung und Materialfluss, auch der Kunde profitiert davon. „Die Angebotskalkulation errechnet sich ‚automatisch’ über hinterlegte Regelwerke beziehungsweise manuelle Eingaben“, führt Hans Jürgen Olbricht aus, „nur die Besonderheiten der Anfragen sind auf vorbereiteten Screens einzutragen. Nach Auftragserteilung werden im Hintergrund zum Beispiel Grunddaten automatisch generiert.“ Das Resultat ist ein schneller Informationsfluss und eine hohe Datenqualität über die ganze Fertigungs- und Administrationskette. Da die wesentlichen Daten auf wenigen Screens zusammengeführt werden, können die Mitarbeiter das Tagesgeschäft einfach überblicken. Hans Jürgen Olbricht macht es deutlich: „Das ganze Unternehmen mit nur einer Software das erleichtert das Leben.“ Ziel war dabei nicht, lokale Optima der einzelnen Werke zu erreichen, sondern das Optimieren über das ganze Unternehmen, auch über Landesgrenzen hinweg. |
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